Verfasst von: immosennewald | 5. Februar 2013

Alters Freuden


2012-07-02 13.04.19cut

Bild und Gedicht entstanden im Sommer 2012 am Bodensee. Da das Wetter gerade passt, manches Mediengegacker auch, fand ich’s passend

Insektengleich such ich die letzten Strahlen
Das Haar erbleicht, die Brillengläser dick
Der Biss, verstärkt durch künstliche Gebilde
Darf mühsam kaum den Pfeifenstengel halten:
Ich glaube, ich gehör jetzt zu den Alten.

Den Apfelsaft verbessre ich mit Gin
Und freue mich, werd ich nicht drum gescholten
Die Welt, die wir total verändern wollten –
Ich nehme sie normalerweise hin.

Trotzdem wüsst ich so gern noch manches besser
Und freute mich am Wunder der Vernunft
Stattdessen freu ich mich, muss ich nicht unters Messer
Und meide gern die Apothekerzunft.

Ich freue mich an meiner Menschenferne
Am Lauf des Mondes und am Sternenlicht
Börsen und Fußball int’ressiern mich nicht
Doch hübsche junge Frauen seh ich gerne.
Dann freu ich mich, dass ich – der Balz enthoben –
mich ihnen in die Wäsche mogeln kann:
Ein Faun aus Spinnweb, ein vernetzter Mann
gedankenschnell in ihre Lust verwoben
Freu mich, dass meine Phantasie nicht altern kann.

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Responses

  1. […] sind auf Quoten – und Skandal macht Quote – fixiert wie die Verlage aufs Verkaufen. Mir, dem alten Mann, kann das egal sein. Ich darf nach den Begabungen suchen, die nicht in die Schemata von Quote und […]

  2. […] sind auf Quoten – und Skandal macht Quote – fixiert wie die Verlage aufs Verkaufen. Mir, dem alten Mann, kann das egal sein. Ich darf nach den Begabungen suchen, die nicht in die Schemata von Quote und […]

  3. […] Das Altern sagt – auf andere Art als äußere Umstände nicht nur in früheren Jahren: Erkenne deine Grenzen. Die äußeren Umstände sind indessen – heute so wenig wie damals – nicht das Wichtigste. Mag sein, dass deine einstigen Hoffnungen nicht die der Jungen sind – so wenig wie die Hoffnungen deiner Eltern die deinen waren. Und das bedeutet: Halte deine Augen offen fürs Wesentliche. Falls doch einmal ein Kind oder ein heranwachsender, naturgemäß krisenanfälliger Mensch mit dem ganzen gewaltigen Gebirge der Zukunft vor Augen dich fragen sollte: Du kannst, musst ihn nicht von eigenen Fehlern abhalten, aber Hinweise auf Rettungsanker und verlässliche Wegweiser kannst du geben. […]

  4. […] Das Altern sagt – auf andere Art als äußere Umstände nicht nur in früheren Jahren: Erkenne deine Grenzen. Die äußeren Umstände sind indessen – heute so wenig wie damals – nicht das Wichtigste. Mag sein, dass deine einstigen Hoffnungen nicht die der Jungen sind – so wenig wie die Hoffnungen deiner Eltern die deinen waren. Und das bedeutet: Halte deine Augen offen fürs Wesentliche. Falls doch einmal ein Kind oder ein heranwachsender, naturgemäß krisenanfälliger Mensch mit dem ganzen gewaltigen Gebirge der Zukunft vor Augen dich fragen sollte: Du kannst, musst ihn nicht von eigenen Fehlern abhalten, aber Hinweise auf Rettungsanker und verlässliche Wegweiser kannst du geben. […]


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