Herztöne – ein Erschrecken

Blümchen

Seltsam spricht mein Herz zu mir.

Leis, in unvertrauten Worten

Spricht’s von den vertrauten Orten

Seltsam spricht mein Herz zu mir.

Ach mein Kopf kann nichts begreifen

Alles ist so lange her.

Meine Sprache klingt nicht mehr

Meine Haut hat schwarze Streifen.

Kinderträume, Kinderreime

pflanzt der Tod in unsere Seelen

eifrig lernen wir zu quälen

Glück erstickt so schnell im Keime.

Leise spricht mein Herz zu mir.

Diesmal will ich stille sein.

Diesmal will ich darauf hören.

Diesmal will ich nichts zerstören.

Diesmal bin ich ganz allein.

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Erfüllung (Fassung von 1986)

 

Kindblüte

 

Du schöne Einsamkeit

Du stille Stunde

Du ungelebter Sturm

Du unempfangene Wunde

Du fliederduftende Erinnerung

Du ungeteiltes Sehnen

Du Flug im Traum

Du unbedachtes Spiel

Kein Maß hat solches Glück

Kein Planen und kein Ziel.

Traum ist was bleibt

Nur Unerfülltes währt

Die Blüte stirbt

Der Wind bleibt in den Wäldern

Die Straßen stürzen in Vergangenheit

Das Morgen hüllt sich in den Trauerflor

Der Mann gewinnt nicht, was das Kind verlor.

 

Seit heute sind alle frühen Gedichte von Ende der 70er Jahre bis zu den 90er Jahren digitalisiert. Manche handschriftliche Fingerübung von damals ist mehr als nur historisches Dokument.