21.11.12

Üppige Blütenpracht in einer Vase

Das mochte sie: die Geschenke der Jahreszeiten

Weil das Datum nicht nur symmetrisch ist, sondern auch der erste Geburtstag, den die große Raucherin nicht mehr erlebt, hier eines ihrer Bilder zur Erinnerung. Danke, Hille!

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Zum Abschied meiner Mutter

2012-07-23 14.08.14Als wollte sie uns zum Abschied die schönsten Tage dieses Sommers schenken: Am 17. August ist meine Mutter im gesegneten Alter von 85 Jahren eingeschlafen. Ihre Texte und Bilder bleiben. 

 

Gerade eben hattest Du mich auf dem Arm
Und Du standest an dem Kinderbett
Während ich als kleiner Häwelmann –
Nachthemd aufgespannt am großen Zeh als Segel –
Fuhr zum Mond mit meinem Schwesterlein
Gerade eben waren wir noch klein.

Gerade eben zündest Du die Kerzen an
Weihnachtslichter machen uns die Träume hell
Und das Glöckchen schallt – war’s nicht grad eben?
Schlug nicht gerade noch die alte Uhr?
Schlug sie uns nicht frohe Stunden nur?
Ist so lange her – ein ganzes Leben.

Gerade eben hattest Du mich auf den Knien
Und den alten Messekatalog dazu
Mit sehr großen M und großem A
Und so lernte ich bei Dir das Lesen.
Auch im fernen China geht es los mit „MA“.
Auch im fernen China werden Köpfe grau
Und vergangene Jahre werden zu Geschichten
Die Maler malen und die Dichter dichten.
Kinder verlassen ihre Ma, aus Schwesterlein wird Frau.
Und wär’n doch manchmal gerne wieder klein gewesen.

Nach so viel Jahren schaut man dann zurück
Und wundert sich, wie schnell die Zeit vergangen
Dabei hat’s gerade eben angefangen
Das achtzig Jahre lange Lebensglück
Aus Glauben, Hoffen, Lieben und Entbehren.
Du inszeniertest Dir Dein eigenes Stück
Mit Narren für den Spaß, mit Feinden, Dich zu wehren
Dein Kopf ward grau: du konntest uns was lehren.

Nun gingst Du fort, sehr still und ohne Klagen.
Du ließest uns Dein allerletztes Bild.
Da sahen wir: Dein Da-Sein war erfüllt.
Und wir gedenken Dein an hellen Sommertagen.

TodesanzeigeMA

Gustav Horbel und das Überschreiten von Grenzen

Teil 1 der Weblesung zu “Babels Berg”

Im November 1969 macht der Physikstudent Gustav Horbel seltsame Beobachtungen auf einer Fahrt mit der S-Bahn zwischen Berlin-Lichtenberg und Alexanderplatz. Er beginnt, über die Absichten hinter Landkarten nachzudenken.

Wenn sie Lust auf mehr haben – hier kommt die Fortsetzung:

Teil 2 der Weblesung zu “Babels Berg”

Falls Sie interessiert wie’s einem Währungsspekulanten in Ostberlin gehen konnte, dann sehen Sie sich Teil 3 an.